Den Auftakt macht am Dienstag, 15. September 2026, der Mitmachstand „Psychiatrie hautnah …“. Von 15 bis 18 Uhr auf dem Theaterplatz in Weimar geben Mitarbeitende der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Einblicke in ihre Arbeit. Susanne Schilhabel, Kathleen Danowski und Elisaweta Olak laden dazu ein, psychiatrische und therapeutische Angebote einmal ganz praktisch kennenzulernen, auszuprobieren und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Bereits zuvor können Interessierte am selben Tag selbst aktiv werden: Von 12.45 bis 13.45 Uhr bietet Yogatherapeutin Carina Herffurth im Bewegungsraum von Haus T des Sophien- und Hufeland-Klinikums eine Yoga-Stunde an. Bewegungsübungen, Atemtechniken und Entspannung können dazu beitragen, Stress abzubauen, die Körperwahrnehmung zu verbessern und Spannungen zu lösen. Die Übungen werden an die individuellen Möglichkeiten der Teilnehmenden angepasst.
Am Mittwoch, 16. September, von 16 bis 17 Uhr lädt Tanz- und Bewegungstherapeutin und Qigong-Lehrerin Judith Richter zum Qigong ein. Langsame Bewegungen, bewusste Atmung und Konzentration verbinden sich dabei zu einer Methode, die Entspannung, Beweglichkeit und Wohlbefinden fördern kann. Treffpunkt ist der Bewegungsraum im Haus T, Henry-van-de-Velde-Straße 2.
Lesung „Dry“: Wenn Alkohol heimlich das Leben bestimmt
Einen besonderen Akzent setzt die Lesung mit Christine Koschmieder am Donnerstag, 17. September, um 19 Uhr in der Eckermann Buchhandlung, Marktstraße 2 in Weimar. Das Sophien- und Hufeland-Klinikum organisiert die Veranstaltung in Kooperation mit der Stadtverwaltung Weimar und dem Gesundheitsamt.
In ihrem autofiktionalen Roman „Dry“ erzählt Christine Koschmieder vom Trinken – und vom Aufhören. Nach außen scheint sie ihr Leben zu meistern: Sie verarbeitet den Tod ihres Mannes, zieht drei Kinder groß und macht Karriere im Kulturbetrieb. Heimlich begleitet sie dabei über Jahre der Alkohol.
Koschmieder beschreibt eindringlich eine Form der Abhängigkeit, die lange unentdeckt bleiben kann. Denn Suchterkrankungen haben viele Gesichter. Gerade bei hochfunktionaler Alkoholabhängigkeit kann der Alltag nach außen lange geordnet erscheinen. „Dry“ erzählt davon radikal offen und macht zugleich deutlich, wie sehr Alkohol ein Leben bestimmen kann, ohne dass das Umfeld die Erkrankung unmittelbar erkennt.
Kino mit anschließendem Gespräch
Am Freitag, 18. September, von 19 bis 22 Uhr steht der Film „Verflucht normal“ im Kino des mon ami auf dem Programm. Er beruht auf der wahren Geschichte von John Davidson, der im Jugendalter am Tourette-Syndrom erkrankte. Der Film erzählt vom Leben mit der Erkrankung, aber auch vom Umgang mit Vorurteilen und Ausgrenzung. Im Anschluss begleiten Ärzte des Klinikums eine Gesprächsrunde zum Film.
Am Montag, 21. September, von 16.15 bis 17.15 Uhr können Interessierte das „Achtsame Bewegen“ mit Körpertherapeutin Theresa Perse kennenlernen. Langsame und bewusst ausgeführte Bewegungen sollen helfen, die eigene Körperwahrnehmung zu stärken und zur Ruhe zu kommen. Die Stunde beginnt mit der Wahrnehmung der Füße und ihrer „erdenden“ Bedeutung. Anschließend stehen Armbewegungen im Rhythmus des Atems und die Themen Raumnehmen und Schutzraum im Mittelpunkt. Zum Abschluss wird das Erlebte gemeinsam reflektiert. Das Angebot findet in Haus C, Ebene 5, im Physiotherapieraum der Station P4 statt. Die Teilnehmenden werden gebeten, im Flur vor der Station zu warten.
Den Abschluss bildet am Dienstag, 22. September, von 19 bis 21.30 Uhr im Kino mon ami ein weiterer Kinoabend. In „Mein altes neues Ich“ begibt sich Filmemacherin Louise Unmack Kjeldsen auf eine persönliche und emotionale Reise in das Mysterium Menopause. Dabei setzt sie sich mit den körperlichen und seelischen Veränderungen dieser Lebensphase auseinander. Auch dieser Film wird im Anschluss gemeinsam mit Ärzten des Klinikums diskutiert.