Richtfest am Neubau der Pflegeschule des Weimarer Klinikums
Weimar. Wo noch vor wenigen Monaten die Bagger rollten, steht heute bereits der komplette Rohbau: Mit dem Richtfest für die neue Evangelische Pflegeschule am Sophien- und Hufeland-Klinikum wächst ein Ort heran, an dem die Pflegefachkräfte von morgen das nötige Wissen und die praktischen Fähigkeiten für ihren Beruf erwerben. Der Neubau schafft moderne Ausbildungsbedingungen und unterstreicht zugleich den hohen Stellenwert für die Gesundheitsversorgung in der Region. Um die Fertigstellung des Rohbaus nach rund sechsmonatiger Bauzeit zu feiern, hatte die Klinikleitung zum Richtfest geladen. Rund 150 Gäste haben die Zeremonie nach alter Zimmermannstradition am Campus des Klinikums verfolgt.
Dabei bedankte sich Geschäftsführer Tomas Kallenbach bei den Bauleuten der Ed. Züblin AG, Bereich Erfurt für die Erstellung des Rohbaus, den Gewerken für die geleistete Arbeit und den städtischen Ämtern, die den Bauprozess begleitet haben. „Mit dem Neubau investiert der Freistaat durch uns gezielt in die Ausbildung künftiger Pflegefachkräfte und schaffen damit die zwingend notwendigen Voraussetzungen, um mehr Nachwuchskräfte unter modernsten Bedingungen auszubilden.“
Auch Tina Rudolph, Thüringer Staatssekretärin für Gesundheit, hob die Bedeutung des Neubaus für die zukünftige Sicherstellung der pflegerischen Versorgung hervor: „Die Erweiterung der Pflegeschule und die damit verbundene Verdopplung der Ausbildungskapazitäten von 75 auf 150 Plätze ist ein bedeutender Schritt für die Region und die Nachwuchsgewinnung im Pflegebereich. Die Politikerin lobte: „Es entsteht ein Ort der Zukunft, an dem junge Menschen auf ihre verantwortungsvolle Aufgabe vorbereitet werden.“
Die wichtige Rolle der Stadt Weimar als Bildungsstandort unterstrich Oberbürgermeister Peter Kleine. Er würdigte, dass „das Klinikum als vielseitiger Arbeitgeber mit zahlreichen Fachdisziplinen einen wichtigen Faktor für die Lebensqualität und Wirtschaftskraft Weimars und der gesamten Region“ darstelle. Durch den Erweiterungsbau werde neben der langfristigen medizinischen Versorgung der Bevölkerung „auch die Attraktivität Weimars als Ausbildungs- und Arbeitsstandort gestärkt.“
Dr. Martina von Witten, Kaufmännische Vorständin der Diakonie Mitteldeutschland, erinnerte an die langjährige Tradition diakonischer Bildungsarbeit und hob hervor, wie tief die Werte von christlicher Nächstenliebe, sozialem Engagement und professioneller Fürsorge in der Ausbildung verwurzelt sind. Der Neubau der Pflegeschule setze diese Tradition in zeitgemäßer Form fort und sei zugleich ein Aufbruch in eine neue Phase qualifizierter und werteorientierter Pflegebildung.
Auf die Grußworte folgte die eigentliche Richtfest-Tradition, bei der am Baukran der gehobene Richtkranz gut sichtbar über dem Neubau schwebte.
Den Segen sprach der Superintendent und Vorsitzende des Stiftungsrates, Henrich Herbst. Für musikalische Akzente sorgten Pflegeschülerinnen und -schüler, die gemeinsam mit ihrem Lehrer Karsten Pfuhl eigens einstudierte Lieder präsentierten.
Bereits seit 2021 starten an der Pflegeschule pro Jahr zwei Klassen in die Ausbildung. Seitdem wurde die Kapazitätsgrenze in den bisherigen Räumlichkeiten im Klinikum erreicht. Der Neubau soll den angehenden Pflegefachmännern und -frauen moderne Lehrbedingungen bieten, die sich unter anderem durch ein „Skills Lab“ auszeichnen – einen speziellen Raum, in dem realitätsnahe Pflegesituationen an Simulationspuppen trainiert werden können. Zu den verbesserten Ausbildungsbedingungen zählt auch ein Hörsaal mit flexibler Bestuhlung und moderner Medientechnik.
Das Gebäude mit einer Nutzfläche von rund 935 Quadratmetern auf drei Etagen und einem Investitionsvolumen von rund fünf Millionen Euro – gefördert vom Freistaat Thüringen – bildet mit den erst unlängst eingeweihten neuen Tageskliniken ein eigenständiges bauliches Ensemble in unmittelbarer Nachbarschaft zum Klinikum. Die planmäßige Fertigstellung des Gebäudes ist für den Herbst 2026 geplant, sodass bereits der Ausbildungsjahrgang 2026/27 die neuen Räumlichkeiten zum Ausbildungsstart im September kommenden Jahres nutzen kann.