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06. Juli 2026

Adipositas-Zentrum am Klinikum Weimar erstmals zertifiziert

Freude über die erfolgreiche Zertifizierung zum Kompetenzzentrum für Adipositas- und metabolische Chirurgie: Dr. Katharina Hof, Oberärztin für Psychosomatische Medizin, Ernährungsberaterin Jana Hoffmann, Fachkoordinatorin Constanze Rietschel, Zentrumsleiter Dr. Erik Bärthel und Oberärztin Dr. Mara Große (von links). Foto: Thomas Müller

Wer sich für eine Operation aufgrund einer Adipositas entscheidet, muss sich auf die Erfahrung und Qualität des behandelnden Teams verlassen können. Die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie am Sophien- und Hufeland-Klinikum erfüllt diese Anforderungen nun offiziell: Die Abteilung wurde zum ersten Mal als Kompetenzzentrum für Adipositas- und metabolische Chirurgie zertifiziert.

Adipositas ist eine chronische Erkrankung und geht weit über starkes Übergewicht hinaus. Sie erhöht das Risiko für zahlreiche Folgeerkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen und kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Wenn konservative Maßnahmen wie Ernährungsumstellung, Bewegung und Verhaltenstherapie nicht den gewünschten Erfolg bringen, kann eine sogenannte bariatrische Operation eine wirksame Behandlungsoption sein.

Bereits seit 2019 bietet die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie eine spezialisierte Versorgung bei Adipositas an. Seitdem wurden rund 300 bariatrische Eingriffe vorgenommen. Es wurde ein umfassendes, interdisziplinäres Behandlungskonzept aufgebaut, das weit über den operativen Eingriff hinausgeht. „Adipositas ist eine chronische Erkrankung mit vielfältigen gesundheitlichen Folgen. Deshalb begleiten wir unsere Patientinnen und Patienten langfristig – von der ersten Beratung über die Operation bis zur Nachsorge“, sagt der Leiter des Adipositas-Zentrums, Oberarzt Dr. Erik Bärthel.

Ein wesentlicher Bestandteil des Behandlungskonzepts ist die enge Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen. Neben der chirurgischen Expertise profitieren die Patientinnen und Patienten von einer kompetenten Ernährungsberatung mit eigener Lehrküche, psychologischer Betreuung sowie dem Austausch in einer Selbsthilfegruppe. Diese interdisziplinäre Begleitung trägt dazu bei, die Lebensgewohnheiten nachhaltig zu verändern und den langfristigen Behandlungserfolg zu sichern.

Die Zertifizierung wurde von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie vergeben und bestätigt die Erfüllung anspruchsvoller Qualitätsstandards in der Behandlung von Menschen mit krankhaftem Übergewicht.

Für die Zertifizierung wurden unter anderem die fachliche Qualifikation des Behandlungsteams, standardisierte Behandlungsabläufe, die interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie die strukturierte Vor- und Nachsorge überprüft. 

„Die Erstzertifizierung ist eine wichtige Bestätigung unserer kontinuierlichen Arbeit und Ausdruck unserer hohen Patientenorientierung. Gleichzeitig ist sie ein Ansporn, unser Angebot kontinuierlich weiterzuentwickeln und Menschen mit Adipositas eine umfassende und wohnortnahe Versorgung auf höchstem Niveau zu bieten“, sagt Chefarzt Prof. Dr. Henning Mothes. 

In regelmäßigen Informationsveranstaltungen berät das Team des Adipositas-Zentrums über Indikation, OP-Verfahren, Nachsorge und Erfolgsaussichten einer Adiopositas-Operation. Der nächste Termin findet am 25. August um 17 Uhr im Seminarraum neben der Cafeteria des Klinikums statt.