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Weimar feiert Herdergeburtstag mit hunderten Gästen [29.08.2023]

Bild: Kerstin Kluge  
Text: Sandra Smailes

Weimar feiert Herdergeburtstag mit hunderten Gästen


Der Herdergeburtstag 2023 wurde mit hunderten Gästen gefeiert - ein Fest von Diakonie und Kirche für Freunde, Wegbegleiter, Mitglieder, Mitarbeitende, Interessierte, Spender und Partner.
Sie alle sind der herzlichen Einladung des Kirchenkreises Weimar, der Kirchgemeinde Weimar, der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein, der Stiftung Sophienhaus und dem Sophien- und Hufeland-Klinikum gefolgt.
Ein Abend, der mit dem Festgottesdienst in Weimars Herderkirche begann und mit einem Empfang zum Geburtstagsfest mit Musik und Gesang, Köstlichkeiten vom Landgut Holzdorf und guten Getränken fortgesetzt wurde.
Superintendent Henrich Herbst begrüßte die zahlreichen Gäste. Allen voran Oberbürgermeister Peter Kleine. Ein herzliches Willkommen galt Regionalbischof Tobias Schüfer und Oberkirchenrat Christoph Stolte, dem Vorstandsvorsitzenden der Diakonie Mitteldeutschland.

Er begrüßte die Abgeordnete des Deutschen Bundestages, Frau Antje Tillmann, Abgeordnete des Thüringer Landtages, des Weimarer Stadtrates und aus den Gemeinden des Weimarer Landes, Menschen aus dem Klinikum, aus Diakonie und Kirche, Gerichtsbarkeit und Kultur, Klassikstiftung und aus den Schulen und Hochschulen. Er grüßte alle, „die sich mit für ein weltoffenes Thüringen einsetzen, die einstehen für Vielfalt und ein solidarisches Miteinander. Wir feiern heute im Sinne Herders die Achtung der Menschenwürde und die unteilbaren Menschenrechte für alle. Wir halten Ausschau nach Leuten, die sich mit uns für einen friedlichen und respektvollen Umgang miteinander und mit der Schöpfung Gottes einsetzen.“
Superintendent Herbst bedankte sich besonders bei Prof. Dr. Klaus Dicke, der in Vertretung des erkrankten Prof. Harald Lesch die Festrede „Herder und die Schöpfung“ hielt und damit auf einen Abend voller guter Gespräche einstimmte. Prof. Dicke sieht bei Herder eine enge Verwobenheit zwischen Schöpfung und Geschöpfen, zwischen Mensch und Natur: Auch wenn der einzelne Mensch den Plan Gottes, das „Drehbuch“ der Menschheits- und Schöpfungsgeschichte, nicht einfach durchschauen könne, er hat seine Aufgaben und seine schöpferische Verantwortung in diesem „Drehbuch“. Diese Verantwortung in der und für die Schöpfung veranschaulichte Prof. Dicke in einem fiktiven Gespräch mit Herder bei einem Spaziergang durch das von einer Flutkatastrophe zerstörte Ahrtal.    

Im Anschluss an die Festrede von Prof. Dr. Klaus Dicke erfolgte die Verleihung des Herderförderpreises 2023. Dieser mit 2000 Euro dotierte Preis wurde an den Kinder- und Jugendzirkus Tasifan verliehen. Damit würdigte die Jury ein langjährig erfolgreich arbeitendes pädagogisch-künstlerisches Engagement für Kinder und Jugendliche. Seit mehr als 25 Jahren bietet Tasifan zirkuspädagogische Projekte an. Diese finden in kontinuierlicher Arbeit mit Workshops und Ferienprojekten, als mobile Arbeit in thüringenweiten Zirkuswochen und in Schulen statt. Die Zirkus-Pädagogen und -Pädagoginnen gehen in die Sozialräume und arbeiten vor Ort möglichst niederschwellig.

„Mit seinen Angeboten ermöglicht der Kinder- und Jugendzirkus den jungen Menschen ihren eigenen Zirkus selbstständig zu gestalten. Somit erfahren sie einen hohen Grad an sozialer Anerkennung, Selbstbewusstsein und Integration in die Gemeinschaft. Durch das gemeinsame Zirkusmachen und die Präsentation werden Selbstwirksamkeit und Selbstbestimmung gefördert. Eine hohe Selbstwirksamkeitserwartung eines Individuums oder einer Projektgruppe steht nachhaltig für eine Persönlichkeit oder eine Gruppe, deren Selbstbild davon geprägt ist, überzeugt zu sein, Ziele durch eigene Anstrengung erreichen zu können. Erfolgreich zu werden durch die Erfahrung des eigenen Tätigseins und das Engagement in einer Gruppe stärkt die Persönlichkeit und das Wir-Gefühl nachhaltig und macht sie resistent gegenüber demokratiefeindlichen Einflüssen. Unsere Gesellschaft hat das mehr denn je dringend nötig. Kinder und Jugendliche nehmen dieses positive Gruppengefühl mit. Sie erfahren positive Wertschätzung, werden abgeholt, wo sie sind, und lernen, Wertschätzung auch weiterzugeben und aufeinander Acht zu haben", heißt es in der Laudatio auf den Preisträger, die von Ralph Leipold, dem Schulamtsleiter für Mittelthüringen gehalten wurde.

Mit großem Beifall wurden die Vertreter des Kinderzirkus nach vorn gebeten. Zirkusdirektor Dirk Wendelmuth nahm den Preis mit Freude und Dankbarkeit entgegen.
Die wunderbare Musik von Naij Hakim, Katharina und Johannes Kleinjung bot die perfekte Überleitung zum Empfang auf dem Herderplatz.
Das Fest mit Geburtstagsbuffet, Lichteffekten und bezaubernder Dekoration wurde vom Catering-Team des Landgutes Holzdorf und der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein vorbereitet und am Abend bis in die Nacht hinein begleitet.

  
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